Über unsere Arbeit
Unsere Werkstatt steht in direkter Linie zu den traditionellen deutschen Möbelmanufakturen des späten 19. Jahrhunderts. Was uns antreibt, ist nicht Nostalgie, sondern die Überzeugung, dass bestimmte Herstellungsverfahren durch nichts zu ersetzen sind.
Wir sind keine Antiquitätenhändler. Wir sind aktive Praktiker eines Handwerks, das seine Wurzeln tief in der mitteleuropäischen Geschichte hat. Unsere Werkstatt vereint historisches Wissen mit der Erfahrung zeitgenössischer Anforderungen.
Unsere Philosophie
Jedes Möbelstück durchläuft bei uns mehrere Phasen der Prüfung. Zunächst erfolgt eine detaillierte Analyse des Materials. Welche Geschichte trägt das Holz in sich? Welche Behandlungen hat es bereits erfahren? Diese Fragen bestimmen unseren weiteren Ansatz.
Die eigentliche Arbeit erfolgt dann nach Prinzipien, die sich über Generationen bewährt haben. Wir verwenden keine Schrauben, wo traditionelle Verbindungen stärker und dauerhafter sind. Wir setzen keine synthetischen Lacke ein, wo natürliche Öle das Holz atmen lassen.
Die Bedeutung des Materials
Die Wahl des Holzes ist nie willkürlich. Eiche besitzt eine Dichte und Härte, die sie ideal für tragende Konstruktionen macht. Nussbaum bietet eine Maserung von außergewöhnlicher Lebendigkeit. Kirsche entwickelt über Jahre eine Patina, die maschinell nicht reproduzierbar ist.
Wir beziehen unsere Hölzer ausschließlich von lokalen Förstern, die nachhaltige Bewirtschaftung praktizieren. Jedes Stück Holz, das unsere Werkstatt erreicht, wird zunächst über Monate gelagert, bis es die richtige Feuchte erreicht hat.
Kontinuität und Wandel
Tradition bedeutet für uns nicht das blinde Befolgen alter Regeln. Es bedeutet, die Prinzipien zu verstehen, die hinter diesen Regeln stehen. Manche historischen Verfahren haben wir angepasst, weil moderne Materialien bessere Ergebnisse liefern. Andere haben wir bewahrt, weil sie durch nichts zu übertreffen sind.
Diese Balance zu finden erfordert Erfahrung und Urteilsvermögen. Es erfordert die Bereitschaft, jeden Auftrag individuell zu betrachten und die Methoden anzupassen, nicht das Werkstück der Methode zu unterwerfen.